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COVID-19: Hospitalisierung

Hospitalisierung = Aufnahme in ein Krankenhaus

Wie häufig werden COVID-19-Fällen hospitalisiert?

[Letzte Änderung: 24. Juni 2022]

  • Etwa jeder 77. COVID-19-Fall wird zurzeit hospitalisiert.
  • Im Vergleich dazu wurde im Jahr 2021 etwa jeder 14. COVID-19-Fall hospitalisiert.

Hospitalisierungsquote der COVID-19-Fälle

Wenn man die Hospitalisierungsinzidenz durch die 7-Tage-Inzidenz dividiert, erhält man – auf einen 7-Tage-Zeitraum bezogen – die Quote (den prozentualen Anteil) der hospitalisierten COVID-19-Fälle. Diese Quote kann als Hospitalisierungsquote der COVID-19-Fälle bezeichnet werden. Sie kann als ein Maß für den Anteil schwerer Erkrankungen und damit die Gefährlichkeit einer COVID-19-Infektion gesehen werden.

Datum

Hospitalisierungs­inzidenz[1] 7-Tage-Inzidenz[1] Hospitalisierungs­quote Kehrwert der Hospi­talisierungsquote
21.6.2022 6,63Anm. 1 513,3

1,29 %

77,42
1.6.2022 2,94Anm. 1 230,3 1,28 % 78,33
1.5.2022 7,41 730,0 1,02 % 98,52
1.4.2022 13,27 1.706,5 0,78 % 128,60
1.3.2022 11,16 1.298,1 0,86 % 116,32
1.2.2022 9,55 1.358,6 0,70 % 142,26
1.1.2022 6,17 241,4 2,56 % 39,12

1.7.2021

0,39 5,4

7,22 %

13,89

1.1.2021

13,62 154,5

8,80 %

11,36

Der Wert in der vierten Spalte der Tabelle ergibt sich, indem der Wert in der zweiten Spalte durch den Wert in der dritten Spalte dividiert wird. Der Wert der in der fünften Spalte ergibt sich als Kehrwert des Wertes in der vierten Spalte.

 

Eine geschätzte Hospitalisierungsquote von 1,29 % bedeutet, dass etwa jeder 77. COVID-19-Fall hospitalisiert wird (siehe auch: Wie häufig werden COVID-19-Fälle intensivmedizinisch behandelt?).

 

Die Hospitalisierungsquote wird durch die Alterszusammensetzung, den Anteil der Geimpften, den Impfschutz und die Virusvarianten beeinflusst. Für die seit Februar 2022 schwankende Hospitalisierungsquote sind verschiedene Ursachen denkbar:

  1. eine Veränderung der Altersstruktur der COVID-19-Fälle,
  2. ein im Durchschnitt der Bevölkerung variierender Immunschutz, 
  3. eine Untererfassung der nichthospitalisierten Fälle oder
  4. eine Veränderung der Anteile der Virusuntervarianten.

Zu 1: Da die Hospitalisierungsquote der COVID-19-Fälle sehr stark altersabhängig ist (siehe: Wie beeinflusst das Alter die Hospitalisierung von COVID-19-Fällen?), haben Änderungen in der Alterszusammensetzung der COVID-19-Fälle einen großen Effekt auf die Höhe durchschnittliche Hospitalisierungsquote.

 

Zu 2: Die kontinuierliche Abnahme des Immunschutzes der Geimpften muss durch Neuimpfungen kompensiert wird, damit der durchschnittliche Immunschutz in der Bevölkerung nicht abnimmt.

 

Zu 3: Wenn hospitalisierte COVID-19-Fälle erfasst werden, aber als Folge der Kapazitätsschranken für PCR-Tests im Laborbereich schwächere oder asymptomatische Verläufe untererfasst werden, kommt es zu einem gemessenen Anstieg der Hospitalisierungsquote.

 

Zu 4: Wenn sich zunehmend eine Untervariante durchsetzt, die zu etwas schwereren Krankheitsverläufen führt, so ist mit einer Zunahme der Hospitalisierungsquote zu rechnen. Bisher gibt es keine Anhaltspunkte, dafür dass sich die Untervarianten von Omikron in der Schwere der Krankheitsverläufe stark unterscheiden. 

 

Bezüglich der Gesamtzahl der Hospitalisierungen und damit der Belastung des Krankenhaussystems kann dieser niedrigere Anteil von Hospitalisierungen der Omikronvariante durch insgesamt höhere Infektionszahlen kompensiert werden. Würden nämlich fünfmal so hohe Inzidenzzahlen wie in der vierten Infektionsfälle akzeptiert, so ergäbe sich eine Belastung des Krankenhaussystems, die mit der vierten Welle vergleichbar ist, dir durch die Deltavariante bestimmt war.

 

Quellen

[1] RKI: COVID-19-Trends [Aktualisierung Montag bis Freitag]

[2] RKI: Tägliche Übersicht von Omikron-Fällen in Deutschland  [Aktualisierung Montag bis Freitag]

 

Anmerkungen

1. Da die Hospitalisierungsinzidenz erst nach einigen Wochen feststeht, werden für aktuelle Zahlen die sogenannten adjustierten Werte der Hospitalisierungsinzidenz verwendet, die vom RKI ausgewiesen werden. Diese berücksichtigen voraussehbare Erhöhungen der Hospitalisierungsinzidenz und ändern sich dadurch nur noch wenig.

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Wie beeinflusst das Alter die Hospitalisierung von COVID-19-Fällen?

[Letzte Änderung: 23. Juni 2022]

Die Hospitalisierung von COVID-19-Fällen ist sehr stark altersabhängig:

  • Im Alter "0 bis 4 Jahre" wird jeder 75. (122.) COVID-19-Fall hospitalisiert.
  • Im Alter "5 bis 14 Jahre" wird jeder 590. (864.) COVID-19-Fall hospitalisiert.
  • Im Alter "15 bis 34 Jahre" wird jeder 313. (399.) COVID-19-Fall hospitalisiert.
  • Im Alter "35 bis 59 Jahre" wird jeder 227. (305.) COVID-19-Fall hospitalisiert.
  • Im Alter "60 bis 79 Jahre" wird jeder 42. (35.) COVID-19-Fall hospitalisiert.
  • Im Alter "80 und mehr Jahre" wird jeder 10. (12.) COVID-19-Fall hospitalisiert. 

Basis dieser Angaben sind die im 7-Tages-Zeitraum vom 25.4.-1.5.2022 (in Klammern vom 26.3.-1.4.2022) gemeldeten COVID-19-Fälle, die später zu einer Krankenhausbehandlung führten.   

 

Analog zur allgemeinen Hospitalisierungsquote der COVID-19-Fälle (siehe: Wie häufig werden COVID-19-Fälle hospitalisiert?) können altersklassenspezische Hospitalisierungsquoten der COVID-19-Fälle berechnet werden.

Berechnung für den 1. April 2022

Für die im 7-Tages-Zeitraum vom 26.3.-1.4.2022 gemeldeten COVID-19-Fälle ergeben sich (Datenstand vom 4. Mai 2022) die folgenden altersklassenspezifischen Hospitalisierungsquoten als Quotient aus altersklassenspezifischer 7-Tage-Inzidenz und alterklassenspezifischer Hospitalisierungsinzidenz. Diese Daten sind vorläufig, da mit Nachmeldungen von Hospitalisierungen und damit Erhöhungen der Hospitalisierungsinzidenz, aber auch mit geringfügigen Erhöhungen der 7-Tage-Inzidenz durch Nachmeldungen zu rechnen ist.

Altersklasse

Hospitalisierungs­inzidenz[1] 7-Tage-Inzidenz[1] Hospitalisierungs­quote Kehrwert der Hospitalisierungsquote Relatives Hospitalisierungsrisiko

0-4

9,93 1.210,1

0,82 %

121,86 1,08

5-14

2,86 2.471,9

0,12 %

864,30 0,16

15-34

5,53

2.206,3

0,25 %

398,97 0,33

35-59

6,16 1.877,0

0,33 %

304,71 0,43
60-79 18,56 977,4 1,90 % 52,66 2,50
80 und mehr 66,69 800,9

8,33 %

12,01 10,96
Alle  12,94 1.700,6 0,76 % 131,42 1

Der Wert in der vierten Spalte der Tabelle ergibt sich als Quotient der Werte in der zweiten und dritten Spalte. Der Wert in der sechsten Spalte der Tabelle ergibt sich als Quotient der altersklassenspezifischen Hospitalisierungsquote und der in der letzten Zeile angegenen durchschnittlichen Hospitalisierungsquote.

Berechnung für den 1. Mai 2022

Für die im 7-Tages-Zeitraum vom 25.4.-1.5.2022 gemeldeten COVID-19-Fälle ergeben sich (Datenstand vom 22. Juni 2022) die folgenden altersklassenspezifischen Hospitalisierungsquoten als Quotient aus altersklassenspezifischer 7-Tage-Inzidenz und alterklassenspezifischer Hospitalisierungsinzidenz. Diese Daten sind vorläufig, da mit Nachmeldungen von Hospitalisierungen und damit Erhöhungen der Hospitalisierungsinzidenz, aber auch mit geringfügigen Erhöhungen der 7-Tage-Inzidenz durch Nachmeldungen zu rechnen ist.

Altersklasse

Hospitalisierungs­inzidenz[1] 7-Tage-Inzidenz[1] Hospitalisierungs­quote Kehrwert der Hospitalisierungsquote Relatives Hospitalisierungsrisiko

0-4

4,71 350,3

1,34 %

74,37 1,31

5-14

1,37 807,7

0,17 %

589,56 0,17

15-34

3,20

1.000,2

0,32 %

312,56 0,31

35-59

3,64 825,1

0,44 %

226,68 0,43
60-79 11,17 469,2 2,38 % 42,00 2,33
80 und mehr 37,85 366,9

10,32 %

9,69 10,12
Alle  7,47 730,3 1,02 % 97,76 1

Der Wert in der vierten Spalte der Tabelle ergibt sich als Quotient der Werte in der zweiten und dritten Spalte. Der Wert in der sechsten Spalte der Tabelle ergibt sich als Quotient der altersklassenspezifischen Hospitalisierungsquote und der in der letzten Zeile angegenen durchschnittlichen Hospitalisierungsquote.

Quellen

[1] RKI: COVID-19-Trends [Aktualisierung Montag bis Freitag]

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Was ist die Hospitalisierungsrate?

[Letzte Änderung: 27.12.2021]

Die Hospitalisierungsrate an einem bestimmten Tag ist die Anzahl der COVID-19-bedingten Hospitalisierungen (Krankenhausaufnahmen) in den letzten 7 Tagen pro 100.000 Einwohner. 

 

Eine genauere Bezeichnung wäre "COVID-19-Hospitalisierungsrate bezogen auf 7 Tage und 100.000 Einwohner". Da nur ein kleiner Teil der COVID-19-Fälle hospitalisiert wird, ist die Hospitalisierungsrate ​erheblich kleiner als die 7-Tage-Inzidenz. 

 

​Mit einer Änderung des Infektionschutzgesetzes (IfSG)[1] zum 15.9.2021 wurde die Hospitalisierungsrate sinngemäß mit folgender Formulierung in den Gesetzestext (§ 28a Absatz 3 Satz 4) aufgenommen:

"Wesentlicher Maßstab für die weiteren Schutzmaßnahmen ist insbesondere die Anzahl der in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) in ein Krankenhaus aufgenommenen Personen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen."

Konkrete Schwellenwerte sind im Infektionschutzgesetz nicht genannt und können durch Landesregierungen in Rechtsverordnungen festgelegt werden. Zugleich wurden Schwellenwerte für die 7-Tage-Inzidenz aus dem Infektionsschutzgesetz gestrichen​. 
Zur Bereitstellung der notwendigen Daten bestimmt § 28a Absatz 3 Satz 7 IfSG:

"Das Robert Koch-Institut veröffentlicht im Internet unter https://www.rki.de/covid-19-trends werktäglich nach Altersgruppen differenzierte und mindestens auf einzelne Länder und auf das Bundesgebiet bezogene Daten zu Indikatoren nach den Sätzen 4 und 5."

 

Allerdings veröffentlicht das RKI in seinen COVID-19-Trends in Deutschland im Überblick[2] unter der im IfSG angegebenen Internetadresse https://www.rki.de/covid-19-trends keine Hospitalisierungsrate im oben definierten Sinn, sondern eine sogenannte "Hospitalisierungsinzidenz" oder "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen".  Die vom RKI berichtete Hospitalisierungsinzidenz wird allerdings mit zunehmender Tendenz in der Presse und auch im Wikipedia-Artikel Hospitalisierungsrate  als Hospitalisierungsrate bezeichnet.

 

Im Beschluss[3] der "Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 18. November 2021" wird in den Punkten 8., 9. und 11. auf die Schwellenwerte 3, 6, und 9 einer "Hospitalisierungsrate" für das jeweilige Land Bezug genommen, ohne dass der Begriff "Hospitalisierungsrate" näher spezifiziert ist. Dies ist erstaunlich, da dieser Begriff weder im Infektionsschutzgesetz definiert ist, noch vom RKI verwendet wird. Eine Hospitalisierungsrate im oben definierten Sinn und eine aktuell durch das RKI berichtete Hospitalisierungsinzidenz können sich um den Faktor 2 unterscheiden.

 

Quellen

[1] Infektionschutzgesetz (IfSG) 

[2] COVID-19-Trends (RKI) (Aktualisierung Montag bis Freitag)

[3] Bund-Länder-Beschluss vom 18.11.2021

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Was ist die Hospitalisierungsinzidenz des RKI?

[Letzte Änderung: 23.11.2021]

 

Die Hospitalisierungsinzidenz des RKI an einem bestimmten Tag ist die Anzahl derjenigen laborbestätigten SARS-COV-2-Infektionen innerhalb der letzten 7 Tage pro 100 000 Einwohner, die zu einer COVID-19-bedingten Hospitalisierung führen.

 

1. Die Hospitalisierungsinzidenz, genauer 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz, wird vom RKI (Robert Koch-Institut) veröffentlich[1][2], das sie auch "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" nennt.[2] Der entscheidende Unterschied zwischen der Hospitalisierungsinzidenz des RKI und der Hospitalisierungsrate ist, dass bei der Hospitalisierungsinzidenz des RKI ein Hospitalisierungsfall nicht dem Tag der Krankenhausaufnahme, sondern dem Tag zugeordnet wird, an dem der betreffende COVID-19-Infektionsfall dem Gesundheitssystem gemeldet wurde. Die Hospitalisierungsinzidenz des RKI ist dadurch ein Teil der Inzidenzrate, der durch die später Hospitalisierten gebildet wird.

 

2. Es ist nicht einfach, das Konzept der Hospitalisierungsinzidenz des RKI verbal kurz so zu beschreiben, dass keine Verwechslung mit der Hospitalisierungsrate möglich ist. Auf einer Informationsseite des Bundesministeriums für Gesundheit zur Hospitalisierungsinzidenz[3] wird es so formuliert:

"Die Hospitalisierungsinzidenz weist die hospitalisierten COVID-19-Fälle unter den in den letzten 7 Tagen gemeldeten Fällen bezogen auf 100.000 Menschen aus."

Auf einer Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung[4] wird es so formuliert:

"Die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz [...] berechnet sich aus der Anzahl der COVID-19-Erkrankten, die im Krankenhaus behandelt werden und deren Coronavirus-Infektion in den letzten 7 Tagen gemeldet wurde (bezogen auf 100.000 Personen der jeweiligen Altersgruppe bzw. des Bundeslandes)."

Auf der Informationsseite des Landes Sachsen "Infektionsfälle in Sachsen"[5] findet sich folgende exakte und dadurch etwas ausführlichere Definition:

"Die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen berechnet sich aus der Anzahl der Krankenhausaufnahmen in Verbindung mit COVID-19 innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner, wobei die Hospitalisierung (Krankenhausaufnahme) dem Meldedatum des Infektionsfalles zugeordnet wird. Die tagesaktuelle 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen des RKI zeigt die Zahl der Menschen an, die im Laufe der letzten vergangenen Tage sowohl positiv auf Corona getestet wurden als auch im Krankenhaus aufgenommen werden mussten. Fälle, welche nach Feststellung der Infektion hospitalisiert werden, werden nachträglich in die Berechnungen eingefügt – und zwar an dem Tag, an dem die Patientin oder der Patient positiv getestet wurde. Dies bedeutet wiederum, dass der Wert einer täglichen Anpassung unterliegt und einen gewissen Meldeverzug aufweist."

 

3. In der öffentlichen Diskussion und in den Medien wird die Hospitalisierungsinzidenz des RKI häufig als Hospitalisierungsrate fehlbezeichnet oder im Sinn einer Hospitalisierungsrate fehlinterpretiert. Es wird noch eine Weile dauern, bis sich in den Medien eine Formulierung durchsetzt, die halbwegs exakt beschreibt, was die Hospitalisierungsinzidenz des RKI misst. Die unter 2.2. angegebene Formulierungen sind dafür ein Ausgangspunkt.

Auf den Seiten des RKI, des Bundesministeriums für Gesundheit und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird der Begriff Hospitalisierungsrate nicht verwendet. Die Konfusion zwischen der RKI-Hospitalisierungsinzidenz und einer Hospitalisierungsrate ist im November 2011 weiter dadurch gesteigert worden, dass der Begriff Hospitalisierungsindex in der Presse auftauchte, obwohl ein solcher nicht existiert.   

 

4. In der Übersicht zu Beginn jedes der Montag bis Freitag veröffentlichten Situationsberichts des RKI[6] wird die Hospitalisierungsinzidenz unter der Kopfzeile "7-Tage-Inzidenz" und der Unterzeile "Hospitalisierte gesamt" mit der Ergänzung "Fälle/100.000 EW" angegeben. Der Zusatz "gesamt" bezieht sich darauf, dass das RKI auch eine spezielle Hospitalisierungsinzidenz "Hospitalisierte ab 60 Jahre" ausweist. Im laufenden Text wird die Hospitalisierungsinzidenz als "7-Tage-Inzidenz der hospitalisierten Fälle" angesprochen. In Tabelle 1 wird die Hospitalisierungsinzidenz als "Hospitalisierung/100.000 EW" unter der Überschrift "Letzte 7 Tage" bezeichnet.

 

Quellen

[1] COVID-19-Dashboard des RKI (täglich aktualisiert)

[2] COVID-19-Trends (RKI) (Aktualisierung Montag bis Freitag)

[3] Informationsseite des Bundesministeriums für Gesundheit zur Hospitalisierungsinzidenz

[4] Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 

[5] Informationsseite des Landes Sachsen

[6] Situationsberichte des RKI 

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Wie zuverlässig ist die aktuelle Hospitalisierungsinzidenz?

[Letzte Änderung: 31.1.2022]

 

Die aktuell berichtete Hospitalisierungsinzidenz des RKI ist sehr unzuverlässig, da sie die tatsächliche Hospitalisierungsinzidenz systematisch stark unterschätzt.

 

1. Die Hospitalisierungsinzidenz des RKI unterliegt sehr starken Korrekturen durch nachträgliche Meldungen. Dadurch ist die jeweils aktuelle Hospitalisierungsinzidenz sehr unzuverlässig, da sie die tatsächliche Hospitalisierungsinzidenz systematisch stark unterschätzt. 

  • Die Hospitalisierungsinzidenz für den 1.11.2021 wurde zunächst als 3,46 angegeben und dann nach und nach um 104,3% auf 7,07 erhöht.[1] 
  • Die Hospitalisierungsinzidenz für den 1.12.2021 wurde zunächst als 5,61 angegeben und dann nach und nach um 122,1% auf 12,46 erhöht.[1] 

2. Rückblickend ist kann das aktualiserte Niveau der Hospitalisierungsinzidenz also mehr als doppelt so hoch sein wie das zunächst angegebene Niveau. Auch nach vier Wochen sind noch Erhöhungen möglich. Dies liegt einerseits an Meldeverzögerungen und andererseits an dem speziellen Konzept des RKI, einen COVID-19-Hospitalisierungsfall nicht dem Tag der Krankenhausaufnahme, sondern - in der Regel rückwirkend - dem Tag zuzuordnen, an dem der entsprechende Infektionsfall dem Gesundheitssystem gemeldet wurde. Dadurch enthält der jeweils aktuelle Wert der Hospitalisierungsinzidenz nur diejenigen COVID-19-Krankenhausaufnahmen, die innerhalb der letzten 7 Tage sowohl einen gemeldeten positiven Laborwert hatten, als auch ins Krankenhaus eingewiesen wurden. 

 

3. Zur Problematik der Unterschätzung heißt es auf einer Informationsseite des Bundesministeriums für Gesundheit zur Hospitalisierungsinzidenz[2]:

"Die Hospitalisierungsinzidenz wird nach Meldedatum des Falles ausgewiesen und nicht nach dem Hospitalisierungsdatum. Durch Nachmeldungen kann sich der Wert für zurückliegende Zeiträume verändern. Die tagesaktuell gemeldete Hospitalisierungsinzidenz stellt zunächst damit nur einen Näherungswert dar. In der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz sind diese Ungenauigkeiten aber bereinigt."

Angesichts der wochenlang anhaltenden nachträglichen Erhöhungen der Hospitalisierungsinzidenz und einer systematischen Unterschätzung durch die aktuellen Werte ist es eine vorsichtige Wertung, den letzten Satz als unverständlich zu bezeichnen. Ebenso unklar ist, was im vorletzten Satz des Zitates mit der "tagesaktuell gemeldeten Hospitalisierungsinzidenz" gemeint sein soll, wenn es nicht die vom RKI  tagesaktuell gemeldete 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz ist.

 

4. Vor diesem Hintergrund ist es sehr problematisch, wenn die aktuelle Hospitalisierungsinzidenz mit dem bisherigen Höchststand 15,75 der Hospitalisierungsinzidenz verglichen wird, der am 24.12.2020 erreicht war[1]. Die an einem bestimmten Tag aktuell gemeldete Hospitalisierungsinzidenz erhöht sich in den folgenden Tagen noch systematisch und kann sich in folgenden vier Wochen verdopppeln, siehe Abschnitt 1. 

 

5. Es mag aus epidemiologischer Sicht von Interesse sein, rückwirkend festzustellen, an welchem Tag wieviele Infektionen stattfanden, die später zu Krankenhausaufenthalten führten, aber es muss bezweifelt werden, dass die orischenso bestimmte Hospitalisierungsinzidenz, die im Infektionschutzgesetzes (IfSG) in § 28a Absatz 3 Satz 4 geforderte  

"Anzahl der in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) in ein Krankenhaus aufgenommenen Personen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen"

ist. 

 

6. Auch wenn sich nach etwa vier Wochen die Hospitalisierungsinzidenz stabilisiert hat, handelt es sich nicht um die Hospitalisierungsrate, da die einem bestimmten Tag zugeordneten Fälle nicht innerhalb der letzten oder  innerhalb der nächsten 7-Tage hospitalisert wurden, sondern innerhalb eines längeren Zeitraums nach der Erfassung des Falls.

 

Quellen

[1] COVID-19-Trends (RKI) (Aktualisierung Montag bis Freitag)

[2] Informationsseite des Bundesministeriums für Gesundheit zur Hospitalisierungsinzidenz

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Misst die Hospitalisierungsrate oder die Hospitalisierungsinzidenz die Auslastung des Krankenhaussystems durch COVID-19?

 

Die Hospitalisierungsrate und die Hospitalisierungsinzidenz sind als Maße für die Auslastung des Krankenhaussystems wenig geeignet, da sie nur Informationen über die Zugänge in das Krankenhaussystem  enthalten. Diese sagen nichts über die Anzahl oder den Anteil der sich im Bestand des Krankenhaussystems befindlichen COVID-19-Erkrankten aus, da sich der Bestand durch Zu- und Abgänge ändert. 

 

Als Maße für die Belastung des Krankenhaussystems durch COVID-19 sind beispielsweise der Anteil der COVID-19-Patienten an allen Krankenhauspatienten und der Anteil der COVID-19-Patienten an den in Krankenhäusern intensiv-medizinisch betreuten Patienten von Interesse. Diese beiden Anteile dürfen nicht mit der Hospitalisierungsrate oder der Hospitalisierungsinzidenz verwechselt werden.

 

Die Hospitalisierungsrate und die Hospitalisierungsinzidenz können Indikator für zu erwartende zusätzliche COVID-19-Patienten in intensiv-medizinischer Behandlung und die erwartenden Todesfälle dienen.

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Ist die Hospitalisierungsrate ein Maß für die Gefährlichkeit der aktuellen COVID-19-Infektionen? 

 

Als Maße für die Gefährlichkeit der aktuellen COVID-19-Infektionen sind beispielsweise der Anteil der in Krankenhausbehandlung befindlichen COVID-19-Erkrankten an den zurzeit COVID-19-Infizierten und der Anteil der in Krankenhausbehandlung mit intensiv-medizinischer Betreuung befindlichen an den zurzeit COVID-19-Infizierten von Interesse. Diese beiden Anteile dürfen nicht mit der Hospitalisierungsrate verwechselt werden.

 

Die Hospitalisierungsrate ist die Anzahl der COVID-19-bezogenen Hospitalisierungen innerhalb von 7 Tagen bezogen auf 100 000 Einwohner, aber nicht der Anteil der Covid-19-Infizierten, die hospitalisiert wurden.

Eine zunehmende Hospitalisierungsrate bedeutet also zunächst nicht, dass ein zunehmender Anteil der COVID-19-Infizierten in ein Krankenhaus aufgenommen wird, sondern dass ein zunehmender Anteil der Bevölkerung wegen COVID-19 in ein Krankenhaus aufgenommen wird.

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Wie beeinflussen Impfungen die Hospitalisierung von COVID-19-Fällen?

[Letzte Änderung: 25.12.2021]

 

Um den Einfluss der Impfung auf die Hospitalisierungsquote zu beurteilen, müssten die Hospitalisierungsinzidenz und die 7-Tage-Inzidenz für die Gruppen der Geimpften und der Ungeimpften vorliegen, woraus die jeweiligen Hospitalisierungsquoten berechnet und verglichen werden könnten. Leider liegt die 7-Tage-Inzidenz nicht getrennt für die Gruppen der Geimpften und der Ungeimpften vor.

 

Einige Bundesländern veröffentlichten eine Zeit lang Daten zur Beantwortung dieser Frage, bis es zur Kritik an der Schätzung der 7-Tage-Inzidenz der Ungeimpften kam, da Personen mit unklarem Impfstatus der Gruppe der Ungeimpften zugeordnet wurden.

  • Beispielsweise wurden solche Zahlen bis vor kurzem für das Land Sachsen auf der Seite "Infektionsfälle in Sachsen" angegeben. Dort heißt es jetzt [Stand 24.12.2021] allerdings: 
  • "Angesichts der extremen Fallzahlen und daraus folgenden Meldeverzögerungen ist die Aktualität der Datenlage bezüglich des Impfstatus derzeit nicht mehr gegeben. Daher wird vorerst auf eine Veröffentlichung der Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz der Geimpften und nicht (vollständig) Geimpften verzichtet."
  • Auch Bayern veröffentlicht auf der Seite "Veröffentlichung 7-Tage-Inzidenz Geimpfte und Ungeimpfte" keine Inzidenzen mehr getrennt für Geimpfte und Ungeimpfte [Stand 24.12.2021] .
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© Stefan Huschens